Scheinwerfereinstellung nach HU-Prüfrichtlinie

Die vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur beschlossene Richtlinie 44 für die Einstellung der Scheinwerfer von Kraftfahrzeugen bei der Hauptuntersuchung nach §29 StVZO ist seit dem 1. Januar 2015 in Kraft.

Diese neue Scheinwerferprüfrichtlinie ist zweigeteilt. Während der erste Teil die technischen Inhalte der Scheinwerferprüfung regelt, wird im zweiten Teil ausführlich die zukünftige Beschaffenheit des Scheinwerferprüf- und Einstellplatzes geregelt. Die einheitlichen Qualitätsstandards bei der Scheinwerfereinstellung gelten auch für Betriebe ohne Prüfstützpunktanerkennung, wenn Scheinwerfereinstellungen durchgeführt werden.

 

Welche Anforderungen gelten für den Scheinwerferprüf- und Einstellplatz?

Die Aufstellfläche des Scheinwerfereinstellprüfgerätes (SEG) und die Aufstellfläche des Fahrzeugs müssen parallel zueinander sein und die geltenden Grenzwerte bezüglich gleichverlaufender Neigung und Unebenheiten nicht überschreiten. Es gibt unterschiedliche Toleranzwerte für Fahrzeuge über und unter 2,5 m Radstand

 

Die Unebenheit der Aufstellfläche des SEG darf max. 1 mm auf einen 1 m betragen, es wird jedoch erwogen, diesen Wert auf 2 mm (0,2 %) zu erhöhen.

Diese Beschaffenheitsanforderungen und die Festigkeit der Fahrspuren müssen dauerhaft, auch bei max. Belastungen, gewährleistet sein.

Diese Anforderungen an die Ebenheit der Aufstellfläche können unberücksichtigt bleiben, wenn das SEG diese Unebenheit ausgleichen kann.

Die Abmaße der Aufstellflächen des Systems sind dauerhaft zu kennzeichnen.

Die bisher notwendige Belastung des Fahrersitzes (75 kg) bei mehrspurigen Fahrzeugen entfällt.

 

Was ist die erweiterte Stückgutprüfung?

Die Aufstellflächen sowie das Scheinwerfereinstellgerät selbst sind alle 24 Monate mit einer „erweiterten Stückgutprüfung“ auf ihre Funktion und Genauigkeit hin zu kontrollieren.

Die Stückgutprüfung umfasst eine Beschaffenheitsprüfung, Sicht- und Funktionsprüfung, sowie eine messtechnische Überprüfung. Die Prüfbescheinigungen müssen 5 Jahre aufbewahrt werden.

Prüfer für eine erweiterte Prüfung können wie bisher Vertreter von Prüforganisationen, freien Dienstleistern aber auch technische Berater der Kfz-Landesverbände sein, sofern sie qualifiziert sind, einen „Kalibrierschein“ auszustellen.

 

Welche Scheinwerfereinstellgeräte sind zulässig?

Die bei der Prüfung verwendeten Scheinwerfereinstellgeräte müssen der „Richtlinie von Scheinwerfereinstellgeräten“ entsprechen (Verkehrsblatt 1981, S. 392).

Am SEG muss ein Fabrikationsschild mit Angaben zu Typ, Hersteller und zur Baumusterfreigabe angebracht sein. Es sind rad- und schienengeführte, analoge und kamerabasierte SEG zulässig.

 

Welche Anforderungen gelten für die Prüffläche?

Die Prüffläche im SEG muss senkrecht zur Aufstellfläche des Kraftfahrzeugs (Kalibrierung bei der Stückgutprüfung) und rechtwinklig zur Längsmittelebene des Fahrzeugs sein. Die Längsmittelebene zum Fahrzeug sowie die Höhe zur Scheinwerfermitte sind vor der Scheinwerfereinstellprüfung am SEG einzustellen.

 

Die Überprüfung der Scheinwerfereinstellung an Fahrzeugen mit besonderen Technologien, wie z. B. automatischen Lichtassistenzsystemen, muss nach den Vorgaben der Fahrzeughersteller bzw. der HU-Richtlinie erfolgen.